Constantin Schreiber ist ein deutscher Journalist, Nachrichtensprecher, Autor und Moderator, der sich durch seine Arbeit im deutschen Fernsehen und seine Berichterstattung über internationale Themen einen Namen gemacht hat. Besonders bekannt wurde er durch seine Tätigkeit bei der ARD-Nachrichtensendung „Tagesschau“, deren Hauptausgabe um 20 Uhr er von 2021 bis 2025 moderierte. Mit seiner ruhigen Präsentation, seiner klaren Sprache und seiner journalistischen Erfahrung gehörte er mehrere Jahre zu den bekannten Gesichtern der deutschen Nachrichtenlandschaft.
Seine Karriere beschränkt sich jedoch nicht auf das Nachrichtenstudio. Schreiber arbeitete auch als Auslandskorrespondent, beschäftigte sich intensiv mit dem Nahen Osten und veröffentlichte mehrere Sachbücher sowie literarische Werke. Seine berufliche Entwicklung zeigt, wie vielseitig journalistische Arbeit sein kann, wenn internationale Erfahrungen, sprachliche Kenntnisse und unterschiedliche Medienformate zusammenkommen.
Herkunft und frühe Lebensjahre
Constantin Schreiber wurde am 14. Juni 1979 in Cuxhaven geboren und wuchs in Wilhelmshaven auf. Schon früh entwickelte er ein Interesse an anderen Ländern, Kulturen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Eine wichtige Rolle spielte dabei sein Aufenthalt in Syrien, wo er als Jugendlicher bei einer mit seinen Eltern befreundeten Familie lebte und Arabisch lernte.
Diese Erfahrung verschaffte ihm einen Zugang zu einer Region, die später einen bedeutenden Teil seiner journalistischen Laufbahn prägen sollte. Das Erlernen einer fremden Sprache ermöglichte ihm nicht nur die Kommunikation mit Menschen vor Ort, sondern auch ein differenzierteres Verständnis kultureller und gesellschaftlicher Besonderheiten.
Ausbildung und erste berufliche Erfahrungen
Nach dem Abitur entschied sich Constantin Schreiber zunächst für ein Jurastudium. Er studierte Rechtswissenschaften in Passau und Oxford und schloss das Studium mit dem ersten juristischen Staatsexamen ab. Anschließend orientierte er sich beruflich in Richtung Journalismus und absolvierte ein Volontariat bei der Deutschen Welle.
Diese Ausbildung vermittelte ihm wichtige Grundlagen für die journalistische Recherche, die verständliche Vermittlung komplexer Sachverhalte und die Arbeit in unterschiedlichen Medienformaten. Seine juristische Ausbildung war dabei eine zusätzliche Grundlage, um politische, gesellschaftliche und rechtliche Themen strukturiert zu analysieren.
Internationale Karriere als Reporter
Bevor Constantin Schreiber einem großen deutschen Fernsehpublikum bekannt wurde, sammelte er umfangreiche Erfahrungen im Ausland. Er arbeitete als Reporter und Korrespondent in Beirut und Dubai und beschäftigte sich mit politischen Entwicklungen, gesellschaftlichen Veränderungen und internationalen Beziehungen. Die Arbeit in verschiedenen Ländern erforderte nicht nur journalistische Fachkenntnisse, sondern auch die Fähigkeit, kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen und Informationen aus unterschiedlichen Perspektiven einzuordnen.
Seine Arabischkenntnisse waren dabei ein besonderer Vorteil. Sie ermöglichten ihm, sich intensiver mit der Region auseinanderzusetzen und Einblicke in Themen zu gewinnen, die für die internationale Berichterstattung von Bedeutung sind. Darüber hinaus arbeitete Schreiber zeitweise als Medienberater für den Nahen Osten im Auswärtigen Amt.
Der Durchbruch im deutschen Fernsehen
Einem größeren deutschen Publikum wurde Constantin Schreiber durch seine Arbeit bei n-tv und später bei der ARD bekannt. Bei n-tv übernahm er Moderationsaufgaben und arbeitete als Chef vom Dienst. Besonders hervorzuheben ist die deutsch-arabische Sendung „Marhaba – Ankommen in Deutschland“, in der er Geflüchteten das Leben in Deutschland erklärte.
Das Format behandelte gesellschaftliche Regeln, Grundrechte, kulturelle Besonderheiten und praktische Fragen des Alltags. Die Sendung zeigte, wie journalistische Inhalte dazu beitragen können, Informationen verständlich zu vermitteln und Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen miteinander ins Gespräch zu bringen. Für seine Arbeit an diesem Format erhielt Schreiber gemeinsam mit der Redaktion einen Grimme-Preis.
Constantin Schreiber bei der Tagesschau
Im Januar 2017 wechselte Constantin Schreiber zu ARD-aktuell nach Hamburg. Dort moderierte er zunächst verschiedene Ausgaben der „Tagesschau“, Nachrichten auf tagesschau24 und das „Nachtmagazin“. Außerdem war er zeitweise als Korrespondent in Kairo tätig und moderierte das NDR-Medienmagazin „Zapp“. Ein besonderer Höhepunkt seiner Karriere folgte am 4. Januar 2021, als er erstmals die Hauptausgabe der „Tagesschau“ um 20 Uhr präsentierte.
Diese Sendung zählt zu den bekanntesten Nachrichtenformaten Deutschlands und erreicht täglich ein großes Publikum. Als Sprecher musste Schreiber komplexe und häufig schwierige Nachrichten sachlich, verständlich und präzise vermitteln. Seine Arbeit umfasste politische Entwicklungen, internationale Konflikte, wirtschaftliche Veränderungen und gesellschaftliche Ereignisse.
Warum verließ Constantin Schreiber die Tagesschau?
Der Abschied von der „Tagesschau“ bedeutete für Constantin Schreiber eine berufliche Neuorientierung. Nach mehreren Jahren im Nachrichtenstudio wollte er wieder stärker journalistisch arbeiten und sich neuen Aufgaben widmen. In Interviews erklärte er, dass er nicht bis zum Ende seines Berufslebens dieselbe Rolle ausüben wollte. Die Entscheidung eröffnete ihm die Möglichkeit, erneut international zu berichten und Themen ausführlicher zu behandeln, als es im eng getakteten Format einer Nachrichtensendung möglich ist.
Sein Wechsel wurde deshalb als bedeutender Schritt in seiner beruflichen Entwicklung wahrgenommen. Er verabschiedete sich nicht grundsätzlich vom Journalismus, sondern entschied sich für andere Formen der Berichterstattung, darunter Reportagen, Podcasts und dokumentarische Formate.
Neue Aufgaben bei Axel Springer und WELT
Im September 2025 begann Constantin Schreiber seine Tätigkeit als Global Reporter im Netzwerk von Axel Springer. Zu seinen Aufgaben gehörte die Berichterstattung über den Nahen Osten, zunächst mit einem Schwerpunkt auf Israel und Tel Aviv. Für verschiedene Medienmarken des Unternehmens sollte er journalistische Beiträge in unterschiedlichen Formaten entwickeln. Dazu gehörten Artikel, Podcasts, Fernsehdokumentationen und Gesprächsformate.
Der Wechsel bedeutete eine Rückkehr zu einer stärker international ausgerichteten Berichterstattung und knüpfte an seine früheren Erfahrungen als Auslandskorrespondent an. Im Jahr 2026 veränderte sich seine Tätigkeit erneut, als er sich stärker auf Podcast-Formate konzentrierte und aus familiären Gründen wieder von Deutschland aus arbeitete. Ende Juli 2026 wurde außerdem bekannt, dass er Axel Springer zum Jahresende verlassen und 2027 eine neue berufliche Aufgabe übernehmen möchte.
Constantin Schreiber als Buchautor
Neben seiner journalistischen Arbeit ist Constantin Schreiber als Autor tätig. In seinen Sachbüchern beschäftigt er sich mit politischen, religiösen und gesellschaftlichen Themen. Zu seinen bekannten Veröffentlichungen gehören „Inside Islam“, „Kinder des Koran“ und „1000 Peitschenhiebe“. Seine Bücher behandeln unter anderem Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, religiöser Vorstellungen und internationaler Entwicklungen.
Mit seinen Veröffentlichungen möchte er Themen aufgreifen, die in der öffentlichen Debatte kontrovers diskutiert werden. Dabei verbindet er journalistische Recherche mit der Darstellung persönlicher Beobachtungen und gesellschaftlicher Zusammenhänge. Zusätzlich hat er mit dem Roman „Die Kandidatin“ auch fiktionale Literatur veröffentlicht.
Privates Leben und Familie
Obwohl Constantin Schreiber als Journalist regelmäßig in der Öffentlichkeit steht, hält er viele Einzelheiten seines Privatlebens aus den Medien heraus. Bekannt ist, dass er verheiratet ist und zwei Kinder hat. Über seine Familie spricht er nur begrenzt öffentlich, weshalb zahlreiche persönliche Details nicht verlässlich dokumentiert sind. Diese Zurückhaltung zeigt, dass sich eine öffentliche Karriere und der Wunsch nach Privatsphäre miteinander vereinbaren lassen.
Für die Beurteilung seiner beruflichen Leistungen sind private Einzelheiten ohnehin nur dann relevant, wenn er selbst einen entsprechenden Zusammenhang öffentlich herstellt. Im Mittelpunkt seiner öffentlichen Biografie stehen vor allem seine journalistische Arbeit, seine internationalen Erfahrungen und seine Veröffentlichungen.
Fazit
Constantin Schreiber hat im Laufe seiner Karriere verschiedene Bereiche des Journalismus kennengelernt. Von seinen frühen Auslandserfahrungen über die Arbeit bei n-tv bis hin zur Moderation der „Tagesschau“ entwickelte er sich zu einem vielseitigen Medienprofi. Seine Arabischkenntnisse, seine Erfahrungen im Nahen Osten und seine Tätigkeit als Buchautor unterscheiden ihn von Journalisten, deren Arbeit sich ausschließlich auf Nachrichtenmoderation konzentriert.
Der Wechsel von der ARD zu Axel Springer markierte einen weiteren Wendepunkt, bevor er für Ende 2026 seinen Abschied von dem Medienunternehmen ankündigte. Für 2027 plant er eine neue berufliche Aufgabe, deren genaue Ausgestaltung noch offen ist. Seine bisherige Laufbahn zeigt, dass journalistische Entwicklung nicht zwangsläufig an ein bestimmtes Format gebunden ist.
Sie können auch lesen: Sylvie Meis Freund


1 Comment
Pingback: Heiko Kiesow: Wer Ist Der Partner Von Iris Berben?